Kabotage in der EU: Was Auftraggeber wissen sollten
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Ein deutscher Lkw, der Sendungen innerhalb Frankreichs fährt, betreibt Kabotage — streng geregelt durch die Verordnung (EG) Nr. 1072/2009. Weniger bekannt: Auch der Auftraggeber kann je nach nationalem Recht belangt werden, wenn er einen nicht konformen Transport beauftragt. Hier die Regeln, einfach erklärt. Einzelfälle bitte von Ihrem Rechtsbeistand prüfen lassen.
Was ist Kabotage?
Ein Inlandstransport durch einen gebietsfremden Frachtführer: Ein in Deutschland zugelassener Autotransporter, der in Lyon lädt und in Paris liefert, betreibt Kabotage in Frankreich.
Kabotage ist legal — aber nur innerhalb der Grenzen der Verordnung (EG) Nr. 1072/2009, die verhindern soll, dass ausländische Frachtführer dauerhaft einen nationalen Markt bedienen.
Die Regel: 3 Beförderungen in 7 Tagen
Nach Zustellung eines grenzüberschreitenden Eingangstransports darf ein Frachtführer höchstens 3 Kabotagebeförderungen innerhalb von 7 aufeinanderfolgenden Tagen im Lieferland durchführen. Danach muss er das Land verlassen (neuer internationaler Transport oder Rückfahrt).
Der Zähler gilt je Land: Drei Beförderungen in Frankreich eröffnen keinerlei Recht in Belgien. Die Reihenfolge ist strikt — kein neuer internationaler Transport, bevor die laufende Kabotage abgeschlossen ist.
Warum das auch den Auftraggeber betrifft
In mehreren EU-Ländern kann der Auftraggeber haftbar gemacht werden, wenn er wissentlich einen nicht konformen Transport beauftragt. Straßenkontrollen prüfen die Nachweise des Eingangstransports und die Historie der Beförderungen.
Eine einfache Frage an Ihren Transporteur: „Wie verfolgen Sie Ihre Kabotage-Zähler?“ Ein Profi muss darauf präzise antworten können.
Wie Spedition HTL Kabotage handhabt
Jeder Lkw unserer Flotte hat einen individuell geführten Kabotage-Zähler in unserem Dispositionssystem. Vor Annahme einer Inlandsladung wird die Reihenfolge geprüft — ist der Zähler erreicht, wird die Ladung abgelehnt, ohne Ausnahme.
Das ist einer der Vorteile der eigenen Flotte: Wir wissen genau, wo jeder Lkw steht — in einer Subunternehmerkette bleibt genau das undurchsichtig.
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